Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik
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Digitale Chancengerechtigkeit (DCG)

Das Forschungsprojekt Digitale Chancengerechtigkeit (DCG) zielt auf die Generierung von Wissen, wie die soziale Herkunft im Lese- und Literaturunterricht der Grundschule Lernprozesse, Kompetenzerwerb und Motivation in Abhängigkeit von den verwendeten Medien beeinflusst. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt verbindet dabei die Forschung der Ludwig-Maximilians-Universität und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) mit der schulischen Praxis an Grundschulen in München.

Wie die IGLU-Studie 2016 zeigt, konnte der Anspruch auf Chancengerechtigkeit in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren in Schule und Unterricht nicht realisiert werden. Die soziale Herkunft beeinflusst bis heute das Leseverhalten und die Lesekompetenz von Schüler*innen grundlegend. In Bezug auf den Zusammenhang von sozialer Herkunft und der Nutzung digitaler Medien besteht jedoch ein Forschungsdesiderat. Das Forschungsteam sieht Digitalisierung von Schule und Unterricht nicht als Möglichkeit, bestehenden Unterricht zu optimieren, sondern vielmehr als Chance Unterricht grundsätzlich neu zu denken und weiterzuentwickeln. Bei der Konzeption der Unterrichtssequenzen liegt deshalb ein besonderer Fokus auf veränderten Lehr- und Lernprozessen unter den Bedingungen der Kultur der Digitalität.
Kooperative Lernphasen im Lese- und Literaturunterricht werden in acht dritten Klassen an zwei Grundschulen in München videographiert. Neben Unterschieden im Interaktionsverhalten der Schüler*innen im Rahmen literarischer Gespräche überprüfen wir Lesekompetenz und Lernmotivation in Abhängigkeit der verwendeten Medien und der sozialen Herkunft. Weiterhin analysieren wir, ob die Nutzung digitaler Medien im Unterricht deren Verwendung in der Freizeit beeinflusst.
Die Erkenntnisse werden genutzt, digitale Formate so zu gestalten und einzusetzen, dass herkunftsspezifische Bildungsungleichheiten verringert und Chancengerechtigkeit und Bildungsteilhabe von allen Schüler*innen verbessert werden können. Die Projektergebnisse werden der Aus- und Weiterbildung der Lehrenden zur Verfügung gestellt, um die Wissenschafts-Praxis-Kooperation zu fördern und weiter auszubauen.

Projektdauer: 10/2020 - 10/2023

Fördermittel: 490 000 Euro, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Metastudie

Kooperationspartner: Deutsches Jugendinstitut München (DJI)

Projektleitung LMU: Prof. Dr. Uta Hauck-Thum

Projektleitung DJI: PD Dr. Jana Heinz

Projektmitarbeiter LMU: Fabian Franz


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